PETER ORBAN + INGRID ZINNEL


gemeinsam arbeitend unter dem Namen
,,symbolon
"

Mein Referat handelt vom Therapieansatz Peter Orbans und Ingrid Zinnels, die gemeinsam unter dem Praxisnamen symbolon arbeiten. Bildhaft gesprochen, werden wir zunächst auf einen Berg steigen, damit wir uns von dort einen Überblick verschaffen von der Landschaft in der Peter Orban seine therapeutische Arbeit ansiedelt. Anschließend werden wir, gleichsam wie mit einem Zoom, unsere Perspektive auf seinen Therapieansatz einengen.

1. Praxisname ,,symbolon"

Zunächst einige Eckdaten zu Peter Orban: Jg. 44, Studium der Soziologie, Psychologie und Pädagogik, Dr. phil., arbeitet als Therapeut und Astrologe in Frankfurt. Er ist Schüler von Jean Houston und Thorwald Dethlefsen. Gemeinsam mit seiner Partnerin Ingrid Zinnel benutzt er den für ihren Ansatz zentralen Begriff ,,symbolon“ als Praxisnamen.

Dazu eine Geschichte:
,,Der Fernhändler aus Rom, alljährlich zum Ankauf von Purpur bei einem Freund in Tyrus, fühlt sich für Seereisen zu alt - vom nächsten Jahr an soll ein anderer statt seiner fahren. Der aber wird sich in Tyrus dann ausweisen müssen als ein Mann, dem der Partner in Rom vertraut, als einer, dem auch der Kaufmann in Tyrus vertrauen darf.
Der Purpurhändler in Tyrus zerschlägt beim Abschied seines alten Freundes eine Tafel: Zwei Stücke müssen es sein. Die eine Hälfte des Symbolons bleibt zurück im Haus, die andere schiebt der scheidende Gast in den Brustbeutel und schifft sich ein zur Rückfahrt nach Rom.
Im nächsten Jahr wird der Mann seines Vertrauens das Bruckstück wieder zurückbringen. Die ineinanderpassenden Hälften, zum Ganzen gefügt, geben Gewißheit: Hier kommt zwar ein Neuer, aber er bringt Altvertrautes mit und führt alte Bindungen fort." (Wolf Dieter Bach in ,,Sprache im technischen Zeitalter" 1976, Nr.58, S.112) -
,,symbolon" fühlt sich keiner der herkömmlichen Techniken oder Therapierichtungen verpflichtet, sondern versteht sich als Teil des größeren Zusammenhanges der ,,hermetischen Philosophie".

2. Weltanschauung und Menschenbild

2.1. Die „hermetische Philosophie"
Peter Orbans Perspektive ist geprägt von seiner in der hermetischen Philosophie verankerten esoterischen Weltanschauung. Auf dieses Fundament ist sein therapeutisches Selbstverständnis gegründet und wird in seinem Anspruch auch nur darauf bezogen verständlich.
Die hermetische Philosophie bezieht ihren Namen von der Legendengestalt des Hermes Trismegistos. Die Ursprünge ihres esoterischen Weisheitsgehaltes lassen sich zurückverfolgen zu altägyptischem und griechischem Gedankengut. Davor verliert sich die Spur.

Die für den therapeutischen Blickwinkel wichtigsten Thesen der hermetischen Philosophie besagen:
1.) Die Welt ist aus Polaritäten aufgebaut. Der Tag benötigt die Nacht, die Liebe den Hass, etc... Das eine lebt vom anderen.
,,Ein Gilles de Rais' der die Kinder zerstückelte, hat seine unbewußten Flecken und ruft damit die Wim Thoelkes der Welt auf den Plan. Ein Mitarbeiter der ,,Aktion Sorgenkind", der Kinder rettet, hat seine dunklen Flecken und ruft damit die Gilles de Rais' der Welt auf den Plan."
Es liegt auf der Hand, daß aus dieser Perspektive die gängigen Moralvorstellungen nicht mehr greifen.
2.) Alles, was uns zu-fällt, fällt uns gesetzmäßig zu, weil wir genau daran die für uns jetzt wichtigen Erfahrungen machen könnten. Wir können sie natürlich auch verpassen oder zurückweisen oder nicht wahrnehmen... Dann kommen sie irgendwann wieder auf uns zu.
3.) Jede Arbeit, die ich in meinem Leben leiste, ist eine Arbeit an meinem Schatten; eine Arbeit an jenem Teil meiner Person, den ich in mir nicht haben will, den ich an mir nicht wahrhaben will und den ich infolgedessen aus dem Außen präsentiert bekommen muß.
Ich werde die Konsequenzen dieser Anschauungen auf die therapeutische Arbeit weiter unten konkretisieren.
In seinem frühen Buch ,,Die Reise des Helden" von 1982, kleidet Peter Orban seine Sicht des Menschen und dessen Zusammenhang mit der Welt in die folgende Geschichte:
,,Stell dir vor, du bist in einer schönen, freundlichen Landschaft. Aber du bist auf deinem Weg und das heißt, du bist nicht zu Hause. Und du spürst, wie du ein tiefes Gefühl der Sehnsucht in dir trägst. Im Weitergehen wendest du deinen Blick nach vorn und weit entfernt am Horizont kannst du Berge erkennen, blaue Berge. Und da breitet sich ein Gefühl der Vertrautheit und der Erinnerung in dir aus, und du drehst dich um in die Richtung, aus der du kamst und jetzt kannst du sie auch dort sehen: Auch dort, woher du kamst, weit, weit entfernt - stehen Berge, blaue Berge. Ahnend erinnerst du dich, daß du einst dort warst, daß du von dort kommst. Dein Zuhause. Und Hingehen und Zurückgehen erscheint dir auf einmal als dasselbe. Die Berge hinter dir und die Berge vor dir es sind dieselben Berge. Du gehst im Kreis. Und wenn du noch genauer hinschaust, dann kannst du sehen, daß wir alle - immer wieder -hierherkommen in diese Ebene, um etwas zu erledigen, um etwas zu lösen."
Auch zum Bereich dessen, was wir in diesem Erdenleben zu erlösen angetreten sind weiter unten mehr.
Dieser Kreis in dem wir gehen findet eine symbolische Spiegelung z.B. im Geburtshoroskop, im Tierkreis mit seinen Sternzeichen, Planeten, Häusern und deren vielfältigen Beziehungen untereinander.
So findet Peter Orban lange Zeit in der Astrologie eine geeignete Struktur mit der er Erfahrungen und Entwicklungen seines seit fünfzehn Jahren andauernden Wanderweges als Therapeut ordnet und in Modellen individuell interpretiert.
Sie sollen als ,,Wanderstäbe" dienen, als Orientierungshilfen auf den verschlungenen Pfaden der Seelenwanderungen, auf denen er sich sonst leicht zu verirren fürchtet.
Eine weitere Bereicherung erfahren diese mehr an das rationale Verstehen gerichteten Texte, durch die sie ergänzenden, die bildhaften Seelenfähigkeiten ansprechenden Phantasiereisen auf Kassette.

2.2. Modelle der Selbst- und Lebenserfahrung
In seinen Büchern umkreist Orban immer wieder aufs Neue sein Bild vom Menschen, seinen Seelenlandschaften und seinen Bezug zur Welt. Das Fleisch an diese Knochen bezieht er aus den Innenwelten seiner Patienten und aus der Bearbeitung in der Therapie.
Ich gehe im Folgenden ausschnitthaft auf seine Bücher ,,Der Tanz der Schatten" von 1986, ,,Drehbuch des Lebens" von 1990, ,,Seele" von 1991 und auf ,,Personare" von 1992 ein. Damit möchte ich einen Eindruck seiner Vorgehensweise vermitteln und einige der oben angesprochenen ,,Wanderstäbe" vorstellen. Wen es interessiert, dem sei das eingehendere Eigenstudium ans Herz gelegt, das hier aufgrund seiner Fülle den Rahmen sprengen würde.

2.2.1.Seelenausdruck Symbol
Wir können über die Seele nichts Beweisbares aussagen. Wir können uns allerdings über die vielen Bilder, die in der therapeutischen Arbeit auftauchen, der Seele von allen Seiten nähern. Die Mitte der Seele ist nicht mehr sagbar. In ihr kann man nur sein.
Den intensivsten, gesättigtsten Ausdruck einer Annäherung nennt Orban ein Symbol. Es gehört zu den Wesensmerkmalen des Symbols, daß es stellvertretend für etwas anderes steht. D.h. es gibt etwas Reales und es gibt etwas Geistiges, das auf dieses Reale aufmerksam machen möchte.
In der Therapie tauchen Symbole aus verschiedenen Zusammenhängen auf. In seinem Buch ,,Seele" legt Orban eine Landkarte dafür an, indem er verschiedene Symbolebenen aufzeigt:
Symbole erster Ordnung
Diese Form des Symbols bezieht sich auf etwas real in der materiellen Welt Vorhandenes, z.B. ein Verkehrsschild vor einer Kurve (deshalb oft eher ,,Zeichen" genannt)
Symbole zweiter Ordnung
Diese beziehen sich auf meine individuelle Lebensgeschichte, ihr Entstehungsort liegt (in der Regel) in der Kindheit, und Therapien, die sich hier um Auflösung des Konfliktmaterials bemühen sollten seiner Auffassung nach ,,Kindheitstherapien" heißen.
Symbole dritter Ordnung
Diese beziehen sich auf die Tiefe der Zeit, d.h. sie ziehen durch die Kette der Inkarnationen ihre Spur. (Sie wollten dir bereits im 16. Jhdt. etwas klarmachen, aber du entdeckst es erst jetzt im 20. Jhdt. oder erst in deiner nächsten Inkarnation). Hiermit bechäftigen sich all' jene Therapien, die tatsächlich einen Abstieg in das Innere der Zeit unternehmen, wie manche Formen der Reinkarnationstherapie oder Symboltherapien Jung'scher Ausprägung.
,,Aus unserer Praxis ergibt sich, daß die Symbole zweiter Ordnung (Kindheit) und die Symbole dritter Ordnung (Tiefe der Zeit) im wesentlichen identisch sind. Das heißt, jede Gürtelrose verweist sowohl auf die Kindheit als auch auf die Tiefe der Zeit. Orthodoxe Psychotherapie bleibt nur bei den Kindheitssymbolen stehen, weil sie Angst hat, tiefer zu graben."
Symbole vierter Ordnung
Hier befinden wir uns in der Tiefe des Raumes, des Seelenraumes. Jenseits der Zeit. Hier sind die Symbole wahrhaft archetypisch, denn sie beziehen sich nicht mehr auf den einzelnen Menschen, sondern auf das Leben als solches. Es ist der Bildersaal des Mythos, des Märchens, der Religion.
Zusammenfassend: Symbole sind Gebilde, die auf etwas Dahinterliegendes aufmerksam machen wollen. Da das Dahinterliegende (bei Symbolen zweiter bis vierter Ordnung) immer etwas Seelisches ist und die Seele nicht über eine diskursive Sprache verfügt, ist das einzige Verständigungsmittel das sie hat, um mit meinem Bewußtsein zu kommunizieren, die Sprache der Symbole, sei es im Traum, im Symptom, in der Trance-Reise.

2.2.2. Problemfelder des Lebens
-,,Tanz der Schatten"
In seinem Buch ,,Tanz der Schatten" übersetzt Peter Orban die zwölf Tierkreiszeichen in Beschreibungen von zwölf ,,Seelenlandschaften". Er will damit die grundlegenden menschlichen Erfahrungsmöglichkeiten systematisch umgreifen. Zu jedem Lebensbereich gibt es eine Phantasiereiseanleitung auf Kassette, um das jeweilige Thema nicht nur zu verstehen, sondern sich auch gefühlsmäßig damit zu verbinden.
-,,Tanz der Schatten"
,,Dieses Buch versucht also, all jene „Tanzfiguren" des menschlichen Lebens zu beleuchten, aus denen Leidens formen entstehen und die damit unser Dasein in mehr oder weniger deutlicher Weise komplizieren."
Die Kapitel 1-3 beziehen sich auf die Ebene des Körpers mit den Problemfeldern:
1. Körperlichkeit , also: Wie sehe ich aus?, 2.Sicherheit, also: Was bin ich wert? und 3.Beweglichkeit: also: Werde ich gesehen? Die Kapitel 4-6 beziehen sich auf die Seelenebene mit den Kapitelüberschriften:
4. Geborgenheit, 5. Einzigartigkeit, 6. Notwendigkeit
In den Kapiteln 7-9 geht es um die Ebene des Geistes, der Idee:
7. Andersartigkeit (der therapeutische Weg), 8.Verbindlichkeit (der Guru-Weg), 9. Sinnhaftigkeit ( bildet das Ende des empirischen Menschen, beschließt deinen Weg, den du als handelndes Wesen gehen kannst).
In denKapiteln 10-12 schließlich geht es um die Wirkungen des ,,Gesetzes" (um ,,Karma", oder ,,Schicksal"): 10.Gesetzmäßigkeit, 11.Freiheit, 12.Wahrheit

2.2.3. Personen im Inneren - ,,Drehbuch des Lebens" und ,,Personare"
Für die Lebenserfahrungen, die wir in diesen Problemfeldern machen können gibt es allem Anschein nach eine beschränkte Anzahl von grundlegend unterschiedlichen Möglichkeiten (häufig wird die Zahl zwölf genannt, bei den Tibetern sind es neun). Sie sind in jeder menschlichen Seele als latente, sehr allgemeine Dispositionen angelegt. Sie werden als ,,Archetypen" oder ,,Urbilder" bezeichnet. Jeder Mensch steht vor der Aufgabe diese allgemeinen Anlagen in seinem konkretem Leben individuell zu füllen.

-,,Drehbuch des Lebens"
Eine Ausarbeitung dieser Urbilder, die eigentlich Urkräfte sind, gibt Peter Orban in seinem Buch ,,Drehbuch des Lebens". Die Reihenfolge der Personen verläuft entlang der seelischen Logik, sie sieht bei ihm folgendermaßen aus: -Person 1: ,,Der Krieger"
Ein junger Mann, der mir die Energien zur Durchsetzung im Lebenskampf zur Verfügng stellt. Vom Typ her ein Sportler, der darauf angewiesen ist, die Kraft seines Leibes, die eigentlich die Kraft seiner Lenden (also Sexualenergie) ist, hinauszuschleudern.

-Person 2: ,,Die Schöne"
Eine junge Frau, die eher passiv mit Hilfe ihrer Attraktivität jemanden sucht, der für sie den Lebenskampf führt, während sie in der Sicherheit einer festen Burg (die er ihr garantieren soll) geselligen Verpflichtungen nachkommt und dem Mann (dem Krieger) zur Erbauung dient.

-Person 3: ,,Der Intellektuelle"
Ein bebrilltes, schlankes Neutrum (weder Mann noch Frau), dessen Lebensinhalt aus dem ,,Wissen" und der Kommunikation des Wissens besteht. Farblos und in praktischen Dingen ziemlich hilflos.

-Person 4: ,,Die Mutter" (,,Das kleine Kind")
Eine nicht mehr ganz junge Frau, die auf der Suche nach seelischer Geborgenheit ist. Passiv und ziemlich hilflos versucht sie, diesen Wunsch, bemuttert zu werden (wo er sich nicht realisiert), dadurch zu erfüllen, daß sie selbst Kinder bekommt, denen sie dann diese Umhüllung zu geben versucht. Sie spielt die weibliche Hauptrolle im inneren Drama des Menschen.

- Person 5: ,,Der Held" (,,Der Vater")
Wichtigste Person des ganzen Stückes (...meint Orban!). Für ihn (ein gestandener Mann) gelten die Anforderungen: ,,Gehe in die Macht", ,,Setze deinen Willen durch", ,,Sei der Erste". Diese Person trägt in sich die Ansprüche des menschlichen Ego, die da lauten: ,,Besteige den Berg und setze dich an die Spitze", etc... bis:

-Person 12: ,,Der Meister"
Jene Person in mir, die den Übergang in die jenseitigen Welten vorbereitet. Um aber die Welt hinter der Welt zu erreichen, muß er die diesseitige Welt abtöten oder zumindest aböden. Er sorgt dafür, daß meine normalen Interessen fahl werden. Das ist, solange ich an das andere nicht glauben mag, eine erschreckende Sache. Er entlarvt die Welt als Täuschung, als Illusion.
Damit sei es genug aus diesem Buch.

- ,Personare"
In seinem Buch ,,Personare" hat Peter Orban ein Konzept dieser ,,zwölf Personen im eigenen Inneren" angelehnt an die Planeten Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto... erarbeitet. Er berschreibt diese von symbolon neuentwickelte Technik, wie man Horoskope der einzelnen inneren Personen anfertigen kann, z.B. das Horoskop
seiner ,,Weiblichkeit" (also seines Mondes),
seiner ,,Sinnlichkeit" (also seiner Venus),
seines ,,Inneren Kriegers" (also seines Marses),
seines ,,inneren Therapeuten" (also seines Jupiters),
seines ,,Narren" (also seines Uranus),
seiner ,,Verantwortlichkeit" (also seines Saturns),
seines ,,Daimons" (also seines Plutos), etc.

2.3. Sein aktuelles Modell vom Menschen
In seinem bisher letzten Buch tritt die Astrologie in den Hintergrund und Orban wendet sich versuchsweise einem ganz anderen Bezugsrahmen zu, nämlich den neuesten amerikanischen Forschungsergebnissen zum klinischen Krankheitsbild der MPS, d.h. der ,,multiplen Persönlichkeits-Störungen". Er überträgt die Struktur der ,,Multiplen Persönlichkeit" in abgemilderter Form auf die Normalneurotiker, die wir alle sind und entwickelt daraus seine aktuelle Vorstellung eines Modells der menschlichen Psyche.
In unserem Inneren gibt es eine Kernpersönlichkeit, welche die alltäglichen Geschäfte führt. Dieser ,,Host" (Herbergsvater) trägt unseren Namen. Außerdem gibt es sog. „alters", also innere Personen, die für einzelne Spezialgebiete zuständig sind. Diese inneren Personen, die im Kern miteinander verankert sind haben (wenigstens im Mittelpunkt des Hosts) eine gemeinsame Identität. In der grafischen Darstellung sind sie als eine Art Blütenblätter gezeichnet.(s.Abb.1+2) Jede einzelne Person im Inneren hat auch einen unbewußten Teil (im Bild mit einem Muster ausgefüllt), der den Host überragt und ein Eigenleben führt. Dieser unbewußte Teil der Person, der sehr viel größer ist als der bewußte, besteht im wesentlichen nicht aus traumatischem Material (dieses kann hinzutreten), sondern aus den unermeßlichen Weiten des Seelenlandes.
Genau genommen gibt es allerdings gar keinen Host, keinen zentralen Kern: nimmt man einer Rose die Blütenblätter weg, so kommt dahinter kein zentrales Blütenblatt zum Vorschein, auf dem alle anderen aufsitzen, sondern nur der Stiel.

Menschsein hat ebenfalls keinen zentralen Kern, sondern ist eine lockere Assoziation von Einzelwesenheiten - von inneren Personen und Themen, zusammengehalten von der Fiktion einer Identität. Dieses Gefühl trägt den Namen ,,Ich" und wird in den meisten Fällen (da es einem Körper zugehört) als Einheit wahrgenommen. Doch diese Einheit ist brüchig und kann leicht auseinanderfallen. Orban nennt diesen lockeren Zusammenschluß ,,OsirisKomplex" in Anlehnung an den Mythos.
Als Set Osiris zerstückelte, blieb ebenfalls kein zentraler Kern, kein Host mehr übrig, sondern die vierzehn Teile, in die er auseinanderfiel, waren alles, was Osiris ausmachte. Isis suchte die Teile zusammen, balsamierte sie ein und setzte sie dann wieder zusammen. So erstand Osiris wieder auf.
Anders als Freud, der mit ,,Ich" ein relativ festes einheitliches Gebilde gemeint hat, vertritt Orban die Meinung, daß ,,Ich" ein Status ist, der vom Bewußtsein an eine Vielzahl unterschiedlicher innerer Personen verliehen werden kann.
Welche Implikationen dieses Menschenbild auf zwei auch für unseren Therapieansatz zentralen Bereiche mit sich bringt betrachten wir in den nächsten beiden Abschnitten.

2.3.1. Reinkarnation
Peter Orbans Betrachtensweise der wiederholten Erdenleben bekommt durch sein aktuelles Modell der Psyche eine neue Ausrichtung. Sie ergibt sich aus seiner Vorstellung über die Zusammengesetztheit des ,,Ich". Man stelle sich einen Pool voller ,,Personen" vor, die sich zu jeder Inkarnation zu neuen ,,Bündeln von inneren Personen" zusammenstellen und in einem Körper in die materielle Wirklichkeit eintauchen. Einige dieser inneren Personen haben schon einmal gelebt. Und sobald wir uns (mit Hilfe bestimmter Techniken) in diese inneren Persdnen hineinversetzen, können wir deren Geschichte in uns nachvollziehen und noch einmal erinnern. Orban ist der Meinung, daß über diesen Modus der Aufspaltung und Neukonstellierung jede Form der Partnerschaft funktioniert, d.h. in meinem Partner heute begegne ich inneren Personen, die einstmals Teile meines ,,Bündels" waren und umgekehrt. Sie agieren dann heute z.B. meine innere Zerrissenheit von damals in der Außenwelt.

2.3.2.
Das Gefühl der Zugehörigkeit im Kern wird stark gefährdet, wenn eine der inneren Personen ein unerträgliches Erlebnis durchleidet, denn das bedroht die Identität empfindlich. Die betreffende innere Person ist einer starken Energieüberflutung ausgesetzt (Schmerz, Todesgefahr, Scham, etc.). Das ,,Ich" der betreffenden Person erlebt sich als ,,vergewaltigt". Damit aber liegt ein fauler Apfel im Korb (im Kern). Um nicht die anderen Äpfel mit seinem Schmerz, seiner Todesangst, seinem Ekel zu infizieren, wird er aus dem Korb entfernt. Die anderen reinigen sich von ihm. Er wird abgespalten, so daß er nun keine bewußte Verbindung mehr zum Kern hat. (s. Abb.3)
Mit dem Erfolg, daß der Kern - der ja weiterhin seine Identität aufrecht erhalten will - von sich behauptet: ,,Nicht ich (z.B. ,,Jenny") muß diese schlimme sexuelle Attacke ertragen, sondern Jess (d.h. der abgespaltene Teil wird als jemand anderer, eigenständiger erfahren). Bald aber verschwindet auch dieses Bewußtsein aus dem Kern, denn immer wenn der Vater (oder wer auch immer) sich jetzt an ,,Jenny" sexuell vergreifen will, stellt sich ,,Jess" als Puffer vor den Kern und fängt den Angriff auf - ohne daß der Kern überhaupt etwas davon merkt. Er wird amnestisch, d.h. unbewußt.

2.4.Leiden
Eingangs habe ich Orbans Bild vom Wanderer in der Ebene zwischen den Bergen eingeführt. Hier ist nun der Zeitpunkt näher auf die Fragen, die darin liegen einzugehen:
Wie finde ich heraus, was ich zu erledigen, zu erlösen angetreten bin?, Was ist meine Aufgabe? Um Orbans Antwort auf diese Fragen näher zu kommen, muß ich zunächst etwas weiter ausholen:
Wenn es uns im Verlauf unsere Lebens immer wieder schlecht geht, wenn wir körperlich oder seelisch krank werden, wenn wir also ganz allgemein gesprochen Leiden suchen wir jemand, der uns von diesem Leiden befreien soll. Häufig gehen wir erst viele Umwege, auf denen wir erwarten, daß ein Arzt, oder die Zeit, oder der Partner, oder ein Therapeut die Lösung des Problems übernimmt. Endlich, wenn alle Versuch keine oder jedenfalls keine dauerhafte Lösung herbeigeführt haben, sind wir gezwungenermaßen auf uns selbst zurückgeworfen - auf die ,,Jetzt-helfe-ich-mir-selbst!"- Position.
,,Ich mir..." - aber wem will ich denn da helfen? Wer oder was ist das denn überhaupt, dieses ,,Ich"?
Damit stehen wir zunächst vor der oberflächlich gesehen einfachen Frage: Wer ist ,,Ich"? oder schlicht: ,,Wer bin ich?"
Um diese Frage weiter zu verfolgen wollen wir mit Peter Orban zunächst in einem kurzen Streiflicht schauen, welche Einschränkungen an unserem heutigen So-Sein bereits mitgewirkt haben.
Er geht davon aus, daß jeder Mensch sein Leben bereits mit vielen ,,Neins", mit vielem, was wir ausschließen, beginnt. Aus früheren Inkarnationen, vom Geburtstrauma, und immer wenn wir, besonders in unserer frühen Kindheit, mit Situationen konfrontiert waren, in denen wir die in uns ausgelösten Gefühle nicht in ihrer vollen Dramatik aushalten- konnten und sie abgespalten haben in die Vergessenheit unseres Unbewußten (s.o.) sind weitere „Neins“ entstanden. Es sind die ,,Neins“, die uns auf ewig vor dem Wiederauftauchen dieser unbewältigten Gefühle schützen sollen. ,,Das will ich nie wieder erleben!" könnte auf diesen Türen in unserem Unterbewußtsein stehen.
Weitere Erfahrungsmöglichkeiten haben wir mit unseren Bewertungen aus unserem Leben verbannt. Indem wir immer nur nach Liebe, Glück, Frieden, Gesundheit, Leben und Helligkeit verlangen, verschließen wir uns vor dem Erleben der zugehörigen Gegensätze. Sie kommen dann auf der Bühne unseres Lebens nicht mehr vor und wir wähnen uns sicher vor ihnen. Aber die Welt der Erscheinungen und auch wir sind wie eingangs als einer der wichtigsten Sätze der hermetischen Philosophie zitiert nach dem Gesetz der Polarität aufgebaut. Zu jeder Seite lebt notwendigerweise immer ein Gegenstück. Zur Liebe gehört der Hass, zum Glück das Pech, zum Frieden der Krieg, zur Gesundheit die Krankheit, zum Leben der Tod, zur Helligkeit die Finsternis, etc. Das eine kann ohne das andere nicht existieren, sie bedingen sich gegenseitig.
Das heißt, daß immer beide Pole wirksam sind! Sehr anschaulich ausgedrückt in dem Spruch, den der Volksmund kennt: ,,Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten." Das heißt, auch wenn wir Erlebnisse, die wir nicht aushalten konnten oder Gefühle, die uns unangenehm waren ins Unterbewußtsein abgeschoben haben, wir sie also nicht mehr zu spüren brauchen, dann leben und wirken sie von dort aus dennoch weiter. Hier führen sie ihr Schattendasein und beeinflussen unsere Wahrnehmung und unser Er-Leben, z.B. als Störung unseres Wohlbefindens, oder im ausgeprägten Fall als Krankheit ohne daß wir den Zusammenhang zunächst noch erkennen.
Die Symptome sind eigentlich ein drastischer Hilferuf unserer Seele, nachdem wir zartere Hinweise nicht ernst genommen, bzw. nicht tief genug verstanden haben. Jetzt brüllt sie nämlich: ,,Du bist einseitig, hör auf damit, das ist nur die eine Seite, die die du mit deinem Bewußtsein willst. Aber es ist nicht das, was ist. Was jetzt da ist! Oben und Unten! Du verfehlst die Antwort auf die oben gestellte Frage: Wer bin ich?"
Wir wollen im weiteren sehen, welche Unterstützung Peter Orban in dieser verfahrenen Lage anzubieten hat. Zunächst auf der ganz pragmatischen Ebene.

 

3. Konkrete Angebote bei ,,symbolon

Bei ,,symbolon ,,wird eine breite Palette von Wegen, Werkzeugen und Übungshilfen angeboten, um sich den eigenen Seelenlandschaften zu nähern, in ihnen zu wandern und ihre Bewohner kennen zu lernen:

1 .)Astrologische Angebote:
- Radix-Beratung (Geburts-Horoskop)
- Solar-Beratung (Jahres-Horoskop)
- Partnerschafts-Beratung
- Personar-Beratung (anhand des Konzeptes der zwölf Persone im eigenen Inneren)

2.) Therapeutische Angebote:
(sind Erfahrungen in tiefen Schichten der Seele)
- Therapie-Einzelsitzungen
- Karten-Trance-Sitzungen

3.)Beratungsangebote:
(richten sich mehr an das geistige Verständnis)
- Konflikt-Beratung (Krisenintervention)
- Karten-Beratungen (mit den selbstentwickelten Karten symbolon)

4.) Ausbildungen:
- Astrologie-Kurse (das ist die Astrologen-Ausbildung häppchenweise)
- Astrologen-Ausbildung
- Therapeutenausbildung
- symbolon-Karten-Intensiv-Ausbildung

5.) Homöopathie-Praxis von symbolon
geleitet von Ingrid Zinnel
(Die ,,Homöopathische Behandlung" wird verstanden als die Suche nach dem was dir fehlt, auf der körperlichen Ebene, analog dem Prinzip der Therapie auf
der Seelenebene)

6.) Kassettenprogramm
Es gibt ein umfangreiches Kassettenangebot mit Vorträgen, Musik, Phantasiereisen, Ubungen für den Alltag, etc. Sie verstehen sich als Hilfsmittel, ,,eine Brücke zur inneren Welt zu bauen, und sich den verlorengegangenen Schlüssel zur Seele zurückzuholen". Außerdem gibt es Erfahrungsberichte zu homöopathischen Arzneimittelbildern. Es ist u. a. erschienen:
- ,,Die Reise des Helden" (Phantasiereisen zum Buch)
- ,,Der Tanz der Schatten" (Phantasiereisen zum Buch)
- ,,Verborgene Wirklichkeit" (Phantasiereise zum Buch)
- ,,Atem" (Phantasiereisen zum Buch ,,Seele")
- verschiedene Serien zum besseren theoretischen und erlebten Verständnis ds schwierigen Themas Esoterik mit Titeln wie ,,Meditation über das Meditieren"; ,,Mein Name", ,,Gut und Böse", ,,Du und dein Partner", usw.
- Krankheits-Kassetten (darauf werden die Themen ,,Angst", ,,Schlaf-Störungen", ,,Kopfschmerz und Migräne" sowie ,,Leben und Sterben“ als Vortrag und alsPhantasiereise bearbeitet)
- ,,Homöopathischer Sonntag" (Kassettenmitschnitte von einer monatlich stattfindenden Veranstaltung von Andreas Krüger dem Leiter der ,,SamuelHahnemann-Schule" in Berlin und Mitarbeitern. Es wird daran gearbeitet mit Hilfe von Meditationen, Phantasiereisen, Fallbeschreibungen und Berichten von Betroffenen dem Geist des homöopathischen Mittels auf die Spur zu kommen).

7.) Hör-Bücher u.a.
- ,,Die Reise des Helden"
- ,,Traktat über die Heilkunde" von Heinz Blüher

8.) Bücher, die in der Arbeit von symbolon entstanden sind
Peter Orban: Die Reise des Helden, 1982
Peter Orban: Astrologie als Therapie, 1986
Peter Orban & Ingrid Zinnel:Tanz der Schatten (Buch und 6 Kassetten), 1986
Peter Orban: Pluto. Über den Dämon im eigenen Inneren, 1989
Peter Orban: Verborgene Wirklichkeit (Buch und 4 Kassetten), 1990
Peter Orban & Ingrid Zinnel: Drehbuch des Lebens, 1990
Peter Orban: Seele, 1991
Peter Orban & Ingrid Zinnel: Personare, Die zwölf Personen im Inneren, 1992
P.Orban, 1. Zinnel, T. Weller: symbolon - Das Spiel der Erinnerungen,
Kartenspiel, 1993
Peter Orban & Ingrid Zinnel: Das Spiel der Erinnerungen (Buch), 1993
P. Orban, 1. Zinnel, T. Weller: symbolon - Das Horoskop-Mandala (Set), 1994
Peter Orban: Der multiple Mensch, 1996
Peter Orban: Drehbuch Partnerschaft, (erscheint im April 1996)

 

4.Therapie
Von diesen vielfältigen Möglichkeiten wollen wir nun die Einzeltherapie genauer betrachten.

4.1. Setting

Therapie-Einzelsitzungen:
,,Die Seele muß die richtige Zeit haben, sich mitzuteilen - hat sie zu wenig Therapie-Sitzungen, fängt sie erst gar nicht an, hat sie zu viele, verschiebt sie die Arbeit auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag" . Im Laufe der Jahre haben sich bei symbolon drei Settings als sinnvoll und ausreichend herausgestellt:
A) Eine Horoskop-Beratung und 12 bis 24 Einzeltherapie-Sitzungen a 2 Std, die einmal wöchentlich stattfinden. Gesamtdauer ca. 3 Monate. Preis: DM 4060,-, bzw. 7660,- (= Horoskop DM 400,-, Therapie-Sitzung DM a 300,-).
B) Eine Horoskop-Beratung und 20 Einzeltherapie-Sitzungen, die täglich stattfinden in einem oder auf zwei Blöcke verteilt (Unterbringung muß selbst organisiert werden).

Folgendes Setting hat sich für die konkrete Therapie-Sitzung in den letzten 15 Jahren herausgebildet:
1.) Der Patient liegt auf der Couch. Als Therapeut sitze ich hinter ihm, so daß er mich nicht sehen kann. (Das ist ein Überbleibsel aus dem klassischen psychoanalytischen Fundus.)
2.) Eine Sitzung dauert etwa zwei Stunden.
3.) Während der ganzen Zeit läuft Musik (mal leise im Hintergrund, mal sehr laut, um ein bestimmtes Thema zu unterstüzen und zu verstärken), die selten rythmische Klangfiguren hat, sondern eher schwebende Zustände vermittelt.
4.) Zu Beginn der Sitzung kann es eine kurze Unterhaltung geben. Auf meine Frage schildert der Patient seine momentane Befindlichkeit (was während der letzten Sitzung passiert ist oder was ihm auf den Nägeln brennt). Während der w wteren Sitzung findet keine weitere ,,Unterhaltung" (im klassischen Sinne) mehr statt. Zwar kann ich als Therapeut nachfragen, wenn ich etwas nicht verstanden habe, oder Erläuterungen benötige - aber der Patient ist mit etwas ganz anderem beschäftigt.
5.) Es wird in jedem Fall nach dem ersten Gespräch ein Trance-Zustand eingeleitet, sei es mit Hilfe einer gesprochenen Trance-Induktion für beide ganz bewußt, sei es durch meine veränderte Stimmlage im beiläufigen Gespräch (also eher en passant), sei es durch bestimmte Atem-Techniken, die den Patienten (und mich als Therapeuten) tiefer in unser Inneres führen, oder sei es durch die Vorgabe ganz bestimmter ,,Innenweltbilder" (,,Wiese“, ,,Wald“, ,,Höhle", ,,Festung" etc.), in die der Patient sich hineindenkt und hineinfühlt. Welche dieser Hilfstechniken im einzelnen Fall verwendet werden, um einen Zustand herbeizuführen, der die Welt des Tages (für uns beide) für zwei Stunden verschwinden läßt und die Welt der Seele eröffnet, ist nicht vorherzusagen und hängt vom Gefühl für die Situation ab.
6.) Atem: Der Atem ist das wichtigste Werkzeug bei der Arbeit des ,,Erinnerns". ,,Mit seiner Kraft sprengt er den dicksten Panzer, die stärkste Blockade, das tiefgefrorenste Kühlgut, und seine Kraft wirkt still und stetig. Wenn sie bewußt verwendet wird.
Es kann mitunter notwendig sein, den Atem heftiger werden zu lassen, aber das ist selten und darf nicht zum Vehikel der eigenen Ungeduld werden. „Der liebe Gott wirkt still", diesen Satz sollte sich jeder Therapeut in seine „Werkstatt" hängen. Wo es laut und lärmend zugeht, hört man nichts mehr von den Wundern des Inneren.
P. Orban nennt seine Methode mit dem Atem zu arbeiten das ,,Seelen röntgen". Der Atem kann den Körper Teil für Teil durchleuchten und die dunklen Klumpen des Abgespaltenen und dann Eingekapselten identifizieren. Und sie können mit Hilfe des Atems gelöst werden, so daß die Bilder aus dem Eingefrorenen wieder auftauen können.

4.2. Indikationen

Es gibt nach Peter Orbans Erfahrung zwei Indikationen, weshalb jemand zu ihnen kommt, um Therapie zu machen:
1). aktuelle Konfliktsituationen, die sich als körperliche Krankheitssymptome zeigen oder die sich auf der seelischen Ebene manifestieren. (konkretere Angaben macht er allerdings nur für die seelischen Indikationen, indem er angibt: Depression, Schuldgefühle, Sinnlosigkeitsgefühle, deine Umwelt malträtiert dich, etc.)
2). Der Wunsch nach Selbsterfahrung im Sinne des „Erkenne dich selbst" also unserer oben bereits gefundenen Frage: ,,Wer bin ich?"
Natürlich werden auch die Menschen, die wegen der erstgenannten Gründe kommen über kurz oder lang erkennen, daß sie sich nur selbst helfen können, mit aller angebotenen Unterstützung versteht sich. Entsprechend stoßen auch sie bald zur gleichen Frage vor, die ja, es sei hier verraten, bereits das Heilmittel in sich trägt, die Antwort des ,,Wie kann ich mir helfen?"

4.3.Therapieverständnis

Peter Orban legt den Schwerpunkt der Frage: ,,Wer bin ich?" auf den Ausschnitt ,,Was fehlt mir?". Das ist der grundlegende Schlüssel seines Therapieansatzes.
1.) Therapie hat zu tun mit dem Thema der „Erinnerung". Ich erinnere mich an das, was noch zu mir gehört, was alles in mir steckt.
2.) Therapie hat zu tun mit dem Kennenlernen der verschiedenen Personen in mir und mit den verschiedenen Interessen, die diese Personen haben. Ich erinnere mich an das kleine Kind (in mir), an den Taugenichts (in mir), an die strenge Mutter (in mir), an den Vampir (in mir), ggf. an den Mörder und an das Opfer des Mörders (in mir) etc.
4.) Therapie hat zu tun mit einem Akt der Versöhnung. Ich versöhne mich mit den inneren Personen und versöhne die inneren Personen untereinander.Dazu aber muß ich sie vorher ausreichend kennengelernt und akzeptiert haben, daß sie sich in mir befinden. Ich vereinige mich mit ihnen und mit ihren Gegensätzen. Ich begreife, daß all' diese Gegensätze Teil meines Lebens sind.
5.) Therapie hat zu tun mit der Übersetzungsarbeit, um zu verstehen, was das jeweilige störende Symptom bedeutet.
6.) Therapie hat nichts damit zu tun, ob ich mir die Kindheit, meine Träume, das Hier und Jetzt oder vergangene Leben anschaue. Diese Orte sind nur Bühnen, auf denen ich mich kennenlernen und erinnern kann. Keine dieser Bühnen ist besser oder schlechter als die anderen, deshalb können wir. in unserer Arbeit auch jede dieser Bühnen (und noch einige andere mehr) verwenden - und tun das auch. Einen Wert an sich haben diese Bühnen nicht. Als Therapeuten haben wir den Grundsatz, daß jeder Patient die ihm gemäße Bühne selbst wählt. Wir stellen ihm nur die Werkzeuge zur Verfügung, auf der jeweiligen Bühne die tiefsten Erfahrungen zu machen, die ihm zur Zeit möglich sind.
Es geht also um eine Entdeckungsreise. Das nennt Peter Orban ,,Die Reise des Helden". Der Blick nach Innen ,,ist ein Abstieg in die Hölle, eine Entdeckungsreise in die Welt dessen, was wirklich ist. Ist eine Reise in die Abgründe, Zerklüftungen und Schluchten deiner eigenen Zerrissenheit. Das tut weh. Und das Ziel dieser Reise ist es, von der einen Seite der Schlucht zur anderen zu gelangen ... und dort den Teil von dir zu finden, der dir fehlt, dessen Verlust deine Krankheit anzeigt. Es ist das alte Gesetz der Homöopathie: Simile similibus curentur - Gleiches möge durch Gleiches geheilt werden. Der Weg durch die Hölle ist der Weg der Heilung.
Der eingefrorener Film, der aus meinem Unterbewußtsein den Qualitätssprung in mein Bewußtsein durchlaufen hat ist jetzt Teil des ,,Wissens über mich". Vorher war er ,,Wissen im Exil", gleichsam heimatvertrieben. Jetzt ist dieses Wissen zu Hause (diese bis jetzt unbewußte Erinnerung).
In dem Moment, in dem ich mich mir im Akt der Selbsterkenntnis genähert habe, daß nämlich diese Erinnerung zu mJr gehört, verliert sie einen Teil ihrer (energetischen ) Ladung (,,Libidobesetzung"). Das hat gravierenden Einfluß auf die vorher bereits bewußten Teile und damit auf mein Leben. Es kommt ein Prozeß in Gang, den Orban den ,,Ausgleich der kommunizierenden Röhren" nennen.
Nehmen wir ein Beispiel: Angenommen, ich definiere mich in meinem normalen Leben als ein besonders kinderliebender Mensch, werde Kindergärtnerin, gründe SOS-Kinderdörfer etc... Gehe ich in die unbewußten Bereiche meiner Seele, muß ich darauf gefaßt sein, daß hier viele Erinnerungen liegen, bei denen ich - wie weiland Herodes - Kinder gemordet, abgetrieben, ausgesetzt, zerstückelt habe. Ein Wissen darüber geriete in einen gewaltigen Konflikt mit meinem bewußten Selbstbild. Je mehr Material aber in die Wasserröhre meines Bewußseins einfließen darf, desto mehr sinkt sie auf der unbewußten Seite, bis sich die beiden Röhren ausgeglichen haben. Mein Kampf für die Kinder läßt in dem Maß nach, wie mein Kampf gegen die Kinder (in meiner im Unterbewußtsein gespeicherten ,,Erinnerung") in mein Bewußtsein gerät. Bis wir irgendwann begreifen, daß das Für-Etwas-Sein genauso problematisch ist wie das Gegen-Etwas-Sein.

4.4. Heilung

Wobei es nicht um ein „Tun“ oder Verändern im Sinne von willentlichen Entschlüssen geht. Vielmehr geht es um das Lauschen, die offene Bereitschaft wahrzunehmen, wie sich unsere Seele in ihren ,,vergessenen' Schattenanteilen Schritt für Schritt zu zeigen beginnt. Auf dieser Ebene findet unsere Erkundung statt, unsere Bearbeitung, unser Verstehen und Annehmen.
Mittlerweile ist es sicherlich deutlich geworden: Die Frage ,,Wer bin ich?", die wir weiter oben als Voraussetzung für die Frage ,,Wie kann ich mir Helfen? gefunden hatten, ist bereits die Antwort darauf ,,Wie?" ich mir helfen kann. Ich kann mir Helfen indem ich herausfinde, was mir fehlt. Darin liegt das einzig not-wendige.
Wir sehen ,,Bewußtwerdung", ,,Veränderung" letzlich ,,Gesundung", ,,Heilung" hat zu tun mit Ausgleich. Mit einem Ausgleich der Pole von Bewußtsein und von Unterbewußten, das was wir weiter oben als ,,Ausgleich der kommunizierenden Röhren" beschrieben haben.
Das ist das Grundgeheimnis von Therapie. Veränderung erwächst daraus dann von selbst. ,,Nur wenn wir uns zu erfahren erlauben, daß ein Teil von uns mit gleicher Inbrunst Krieg will, wie ein anderer Teil Frieden, können beide Teile für uns gleich gültig werden und dann werden sie nach den Gesetzen der Polarität auch gleichgültig. Dann sind wir nicht mehr in der Polarität gefangen, wir stehen auf einer neuen Ebene, auf der Krieg und Frieden keine Probleme mehr sind."
Allerdings: Je mehr Ansichten unsere Seele von sich kennt, desto deutlicher fühlen wir zunächst unsere Zerrissenheit. „Zunehmendes Bewußsein" heißt nicht unmittelbar ,,zunehmende Einheit", sondern zunächst eher zunehmende Zwiespältigkeiten und das Ertragenkönnen derselben.
Hier ist ,,Ambivalenztoleranz" gefordert, die Fähigkeit also Spannungen, die sich aus Widersprüchen ergeben auszuhalten ohne einen der beiden Ansprüche wieder ins Unbewußte zu versenken.(s. Abb. 6)
Das macht den Kern von Bewußtheit aus, aus dem heraus sich dann Veränderung auch im äußeren Leben entwickelt.

4.5. Außenwelt

Doch diese Tatsachen gelten nicht nur innerhalb unserer Seele. Sie gelten auch für unsere Berührungen mit der Außenwelt.
Psychologisch betrachtet nehmen wir die Welt durch den Filter unserer Vorlieben und Abneigungen wahr, durch unsere Wünsche, Ängste, etc... und verzerren sie damit zu unserer jeweils ganz persönlichen Weltsicht. Es ist wie bei unserem Experiment mit dem Bild der ,,Alten und der jungen Frau", das wir in der ersten Ausbildungswoche durchgeführt haben: Jeder sah darin etwas Eigenes, gemäß seinen Dispositionen. Das Bild wirkte als Projektionsfläche.
Was auch immer uns gegenübertritt wir können es nicht ,,objektiv" wahrnehmen. Wir färben es ein mit den bewußten und mit den unbewußten, manchmal überraschenden oder grauenvollen Anteilen unserer Seele. Insofern formen wir unsere Welt nach unserem Bilde.
Unter der Perspektive der hermetischen Philosophie gilt wie eingangs in den Hauptsätzen formuliert, Entsprechendes, nur ist es viel radikaler, viel weitreichender, indem es heißt: Alles, was uns von außen begegnet als „das Leben" oder ,,die Welt" ist nicht unabhängig von uns ,,an sich" vorhanden, sondern fällt uns gesetzmäßig zu. Dabei hat dieses ,,Gesetz" nichts zu tun mit Rache oder Strafe oder sonstigen menschlichen und moralischen Wertkategorien. Sein Ziel ist der Ausgleich. Denn das Leben der Seele schwingt, wie oben ausgeführt zwischen Polaritäten. Das Bewußtsein hingegen will Identität und Einheit (des Ego) und damit betont es immer nur den einen Pol. Je mehr sich das Ego in diese eine Seite des Polbezuges verrannt hat, desto mehr muß ,,das Gesetz ,, früher oder später dafür sorgen, daß der andeie Pol wieder ins Spiel kommt.
Wer diese Sichtweise nicht teilt, nennt es Schicksal oder Unglück oder bleibt einfach bei seinem nagenden Hadern, daß seine Beziehungen immer unglücklich enden, etc.
Also: auch in allen Erfahrungen, die wir mit ,,der Außenwelt" machen, die uns überrollen, die über uns hereinbrechen, können wir erkennen, was wir in uns nicht wahrhaben wollen! In Abwandlung eines bekannten Sprichwortes könnte man sagen: Zeige mir deine Feinde und ich sage dir, was du in dir nicht anschauen willst.
Die Erlösung liegt natürlich auch hier in unserem Mut uns das Hinschauen, Hinlauschen auf das, was ist, schonungslos zuzumuten und es im Sinne zunehmender Selbsterkenntnis gelten zu lassen, anzunehmen und zu integrieren.
Therapie schafft zunächst einen Schon ra um, um dieses Hinschauen zu üben. Es gibt dafür wie oben bereits ausgeführt ein breites Spektrum an Übungshilfen, Werkzeugen, Techniken und Schauplätzen, auf denen diese Arbeit stattfinden kann. Ich gehe im nächsten Kapitel weiter darauf ein.
Schließlich gewinnen wir aus diesem „Probehandeln" evtl. den Mut und die Kraft diese Haltung zunehmend auf unsere Erfahrungen mit der Außenwelt zu übertragen. Wir muten uns dann zu, auch diese unter dem Vorzeichen zu betrachten, daß uns hier unsere unbewußten Schattenanteile begegnen. Sie kommen jetzt anstatt als Erinnerung aus unserem Unterbewußtsein wohin wir in der Therapie schauen als unmittelbar gegenwärtige Lebenserfahrungen aus der Außenwelt auf uns zu.
,,Alles, was dir unangenehm ist, ist das, was du nicht lebst! Alles, was du ablehnst, ist das, was dir fehlt! Alles, was du haßt ist das, was du in dir nicht haben willst - was aber da ist! In dir da ist! Alles, was du tötest, tötest du in dir!"

4.6. Rolle des Therapeuten

Zum Selbstverständnis des Therapeuten hält P. Orban einige provozierende Thesen bereit:
,,Ich behaupte, ein Therapeut ist erst einmal ein zutiefst kranker Mensch. Jeder Therapeut. Er ist ein Verletzter, ein Verwundeter. Er ist ein an seiner Seele Kranker und deshalb braucht er die Kranken dieser Welt, daß sie ihm sein eigenes Kranksein zeigen. Ich als Therapeut habe in einer Woche zwanzig Therapiesitzungen, meine Patienten haben nur eine oder zwei - die Frage stellt sich: Wer ist da eigentlich kränker?
Ich als Therapeut habe nichts zu tun mit der Heilung meiner Patienten. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen eine Situation herzustellen, in der Erinnerung stattfinden kann. Ob der Patient sich jedoch erinnern will oder nicht, liegt einzig und allein in seinem eigenen Ermessen. Der Therapeut hilft dem Patienten überzusetzten in das bedrohlich-wilde Land des Unterbewußtseins. Die Hilfsmittel, die der Therapeut verwendet - Trance, Musik, Atem, Gespräche - sind das Gefährt mit dem beide (Therapeut und Patient) die eingegrenzte Welt des ,,Ich", das bekannte, sichere kultivierte Gebiet verlassen. Hier im Land der anderen inneren Personen wird der Therapeut zum einem Wegbegleiter ins Unbekannte. Er folgt dem Patienten und bleibt nur um einen Schritt hinter ihm. Er stärkt den Patienten in seinem Mut weiterzugehen. Niemals geht der Therapeut hier voraus! Der Patient erkundet das fremde Land und begegnet den Bewohnern. Er nimmt den Therapeuten mit auf seine Wanderungen, aber niemals - ich betone es noch einmal - ist der Therapeut der Führer in diesem Land.
Manchmal, wenn der Wegbegleiter das Gefühl hat, es gehe an dieser Stelle nicht weiter (das Gelände wird zu abschüssig oder zu hohe Mauern blockieren den Weg), darf er einen Umweg oder einen anderen Weg vorschlagen. Aber weder jagt er den Patienten den steilen Berg hinauf, noch peitscht er ihn durch den Abgrund. Höchstens macht er Vorschläge, wie dieses Hindernis doch noch zu meistern wäre.
Als Therapeut steht er immer vor zwei Gefahren: Die erste besteht darin, daß er zu wissen glaubt, wohin der Patient gehen sollte, und so versucht, den Weg abzukürzen. Damit verletzt er die Autonomie des ,,Ichs" des Patienten.
Die zweite besteht darin, daß er aus einer eigenen Problemlage heraus einige Landschaften unbewußt, aber doch gezielt vermeidet und den Patienten so von bestimmten Wegen fernhält.

4.7. Wahrheitsgehalt der Therapieinhalte

Es taucht immer wieder die Frage danach auf, ob die Geschehnisse, die bei unserer Innenwelterkundungen auftauchen wirklich so stattgefunden haben. Ist es wahrhaftige Erinnerung oder reine Phantasie oder vielleicht die symbolische Darstellung ödipaler Phantasien?
Die Antwort lautet: Es ist im Sinne der Zielrichtung der Therapie völlig gleichgültig! Es spielt keine Rolle, ob der heutige Vater (oder irgendein Vater aus einer Inkarnation) die Tochter je sexuell mißbraucht hat - das mag schon sein, ist jedoch unter therapeutischem Blickwinkel nicht relevant. Denn fruchtbar wird die Therapie nur dadurch, daß die Klientin die Bereitschaft und die Bewältigungskraft entwickelt, die ihre innere Suchbewegung dahin leitet die vergewaltigten inneren Personen in ihrem Sosein zu finden. Mit all ihrem Schmerz, mit all ihrem Leid, mit all ihren Vergewaltigungen - aber auch mit allem, was sie dennoch anzubieten haben! Damit sie sich eines Tages nicht mehr hinter ihren Symptomen verstecken müssen.
Wir sehen wieder: Therapie hat zu tun mit dem Mut, die Grenzen des Ichs zu überschreiten und sie zu erweitern.

5. Methodisches

5.1. Konkrete Interventionsbeispiele:

Die wesentlichen Hilfsmittel, die der Therapeut verwendet, um sich mit dem Patienten in das Reich des" Noch-Unbewußten" hineinzubewegen sind also: Trance, Musik, Atem, Gespräche.
Ich habe in seinen Texten recht wenig ganz konkrete Angaben über Interventionen gefunden. Hier wenigstens einige Eindrücke:
- Trance-Einleitung:
Th: ,,Du gehst die lange, dunkle steinerne Treppe hinab nach unten, und in der Mitte der Treppe steht „Betty" - die wir aus der vorherigen Sitzung schon kannten -, und ab dieser Stelle wird Betty die Führung übernehmen und dir die Bereiche zeigen, in denen sie sich auskennt" - Atem:
Th: Atme dich zurück in die Zeit, als du ein angesehener Mann warst! - Bilderebene:
z.B.: Genauer Hinschauen, deutlicher beschreiben, verweilen und noch einmal nachschauen...
Th: ,,Beschreibe den Tänzer. Wie ist er?" Th: ,,Eine innere Person ist aufgetreten..."
- Es gehört zu den ,,Basics" dieser Therapie, daß jede auftauchende Person als eine meiner inneren Personen aufgesucht und integriert werden muß! z.B. die Gestalt des Todes, des Inneren Arztes/Heilers...oder „Betty", ,,Till", ,,Thea", etc...
- Es ist für die Therapie sehr wichtig, daß der Therapeut sich mindestens einen Inneren zum Co-Therapeuten (zum Freund, zum Verbündeten) macht, denn ohne seine Anleitung und seinen Rat ist man in diesem Gelände oft sehr hilflos und verloren.

5.2. Dokumentation
Die Patienten werden aufgefordert jede Sitzung sorgfältig in ein Tagebuch einzutragen. P. Orbans schreibt in den Sitzungen stichwortartig das Gesagte mit, wichtige Passagen, wenn es eben geht auch wörtlich.

5.3. Ergebnis der Therapie

,,Wo Es war, soll Ich werden" nannte Freud das grundlegende Anliegen seiner Psychoanalyse. Orban schließt sich dem grundsätzlich an, wenngleich man seinen anderen ,,Ich" -Begriff berücksichtigen muß.
Hier noch eine kleine Geschichte dazu aus der griechischen Mythologie: ,,Während Demeter, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Ähren, über alles Land regierte, das urbar gemacht war, über alle Felder, die bebaut und kultiviert waren, begann an den Grenzen des von Menschenhand Erschlossenen, direkt hinter dem letzten Kornfeld, das wilde Land. Und hier herrschte der bocksfüßige Pan mit seiner wilden und bedrohlichen Schar. Mit seinem bacchantischen Treiben. Und es ist kein Zufall, daß in seinem Namen das Wort ,,Panik" seinen Ursprung hat. Hier herrschte und lauerte - auch für die Seele der Griechen - die Angst. Und nur zu bestimmten Zeiten des Jahres, wenn nämlich seine Feste gefeiert wurden, ließ sich der Grieche (und die Griechin?) ein auf den Pan in sich und lebte dieses z.T. sehr orgiastische Treiben. Nur jetzt war es erlaubt. Den Rest des Jahres hielt man respektvoll Abstand zu seinen Grenzen und setzte eben nicht über."
Konkret heißt das: Der Patient lernt Personen kennen, die für sein normales Alltags-Ich zunächst unbekannt waren. Nach den jeweiligen Sitzungen kann er sich die Frage vorlegen: Kenne ich diese Personen wirklich nicht?
Nachdem das Ganze etwas nachgewirkt hat und eingesunken ist, stellt sich häufig das Gefühl ein, diese inneren Personen zu kennen, d.h. er erinnert sich an Bruchstücke, denn es gibt das Agieren der betreffenden Personen auch real in seinem Leben.
Solange dieser Schritt nicht erfolgt, daß die Bilder der Seele, daß die Personen der Seele, übertragen werden auf das heutige Leben, bleiben sie folgen los. Es muß also eine Übersetzung stattfinden!-daß ich das Bild aus fernen Zeiten übersetze in die Gegenwart. Die inneren Personen, die in den Sitzungen auftauchen, sind nämlich nicht etwa deshalb wichtig, weil sie bereits einmal gelebt haben, sondern weil sie sich im gegenwärtigen ,,Ich" immer noch mit ihren alten Mustern ausdrücken - daß ich die wie außerhalb von mir handelnden Figuren als Personen meines eigenen Inneren gelten lasse.


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Zuletzt aktualisiert am: 25-Jan-2012 0:52

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